Zwei für die Stadt: Meike und Karl Oltmanns im Interview

Meike und Karl Oltmanns

Die Idee kam spontan am Abend der Listenaufstellung: Meike Oltmanns, Frau des Bürgermeisterkandidaten der Grünen, Karl Oltmanns, ließ sich für den Stadtrat aufstellen. Damit kandidieren die Bankkauffrau und der Fluglotse nun gemeinsam für die Stadt Jever. Was treibt sie an?

Frau Oltmanns, mit ihrer Kandidatur ziehen Sie nun gemeinsam als Ehepaar in den Kommnalwahlkampf.

Meike Oltmanns: Ja, das war eine spontane Sache.

Was hat Sie dazu gebracht?

MO: Ich habe Kalli immer in der Politik unterstützt. Auf dem letzten Parteitag habe ich hochgerechnet: Wenn alle Träume in Erfüllung gehen, Kalli Bürgermeister wird und Sina Beckmann, unsere Bundestagskandidatin, nach Berlin geht, dann fehlen uns Leute.

Karl Oltmanns: In den fünf Jahren der Kandidatur kann zudem viel passieren, jemand zieht weg, muss aus gesundheitlichen Gründen aufhören oder mag die Partei nicht mehr. Nachrücken darf aber nur, wer einmal auf der Wahlliste stand.

MO: Ich fühle mich bei den Grünen seit Beginn sehr freundlich aufgenommen und wohl.

Karl Oltmanns Start in die Politik war vor 5 Jahren in der FDP-Fraktion der Stadt. Während des Corona-Jahres 2020 wechselte Oltmanns zu den Grünen.

Ihr seid seit 23 Jahren zusammen. Was macht eure Ehe aus?

KO: Wir sind in erster Linie erst einmal allerbeste Freunde.

MO: Ja, wir waren erst dicke Freunde, dann kam die Liebe.

Hilft die Freundschaft auch bei politischen Diskussionen?

KO: Da haben wir nie Probleme miteinander. Hin und wieder fahren wir sogar gemeinsam zu Terminen, um eine Stunde alleine im Auto, ohne Kinder, Anrufe oder Verpflichtungen zu haben. Dabei können wir dann miteinander über alles Mögliche klönen.

Das Paar hat zwei Kinder, Joosten, 16 und Wenke, 21. Joosten besucht das Mariengymnasium. Tochter Wenke, 21, ist ebenfalls Parteimitglied. Sie studiert in Malmö „Peace and Conflict Studies“, und ist in den Semesterferien für den Wahlkampf in Jever.

KO: Wenke ist mein Glücksbringer, mein Maskottchen. Ich bin selber seit vielen Jahren Wahlhelfer und Wahlleiter in Jever, als ich dann selbst für den Stadtrat angetreten bin, hat sie mich in meinem Wahllokal ersetzt. Sie hat meinen Bezirk ausgezählt. Das Ergebnis war so gut, dass der Computer das nicht genommen hat. Da musste zwei Mal nachgezählt werden. Allein schon deshalb muss sie jetzt wieder dabei sein.

Die Nähe zu „Fridays for Future“ und die Sympathie der Jugend zu den Grünen bestimmen oft die öffentliche Wahrnehmung. Reicht das zur Wahl?

KO: Natürlich stelle ich mir die Frage: Wie erreiche ich die Jugend ausreichend und mit welchen Themen.

Wie erreichen Sie sie?

KO: Mit Augenhöhe. Das passiert schon zuhause. Wir lassen uns von den Freunden unserer Kinder zum Beispiel nicht siezen. Hallo Herr Oltmanns, das gibt es bei uns nicht. Deshalb haben wir auch mit allen ein entspanntes Verhältnis. Dann lässt sich auch miteinander reden. Auf den sozialen Medien habe ich viele junge Menschen als Follower. Da gibt es den kurzen Draht, den sich die Jugendlichen so gerne wünschen.

Was braucht es aber für die Jugend?

KO: Viel mehr Partizipation. Auch im Stadtrat. Oft entsteht ein Bild, dass die Jugend nur mit Dosenbier und Handy unterwegs ist und das ist natürlich gar nicht so. Die Jugendlichen sind engagiert, suchen sich ihre Orte.

MO: Wir waren kürzlich beim Skaterplatz hinterm Freibad, um uns die Anlage anzusehen.

KO: Heimlich natürlich, ist ja peinlich für unser Kind (lacht).

MO: Das ist so eine tolle Anlage, die von vielen unterschiedlichen Altersgruppen frequentiert wird. Morgens die ganz Kleinen, dann die Grundschüler, später die Jugendlichen. Nun steht da ein Bauzaun und der Bauwagen als Rückzugs- und Aufbewahrungsort ist nicht zu erreichen. Ich finde es schade, dass es die Stadt nicht schafft, den Platz schön zu erhalten.

KO: Wenn Engagement von der Jugend und der Jugendarbeit da ist, dann muss man es unterstützen. Da muss man Mittel und Wege finden. Oft reicht es schon, das Material bereit zu stellen; das Know How und die Ideen haben die Jugendlichen alleine.

Nebenan war der Mehrgenerationenspielplatz geplant, der bis heute nicht gebaut wurde. Stattdessen wird auf die bestehenden Plätze hingewiesen.

KO: In diesem Fall war es eine Frage der Fördermittel. Die gibt es nur, wenn die Spielgeräte barrierefrei sind, ab einer halben Million, davor gibt es erst gar keine Mittel. Das kostet, wenn der Spielplatz fertig ist, um eine Million Euro. Auch der Ort ist schlecht gewählt, die Älteren schaffen es nicht dahin, die Mütter mit dem Buggy hätten einen langen Weg. In der Summe war das Konzept nicht stimmig.

MO: Auch Die jüngeren Kinder fahren nicht alleine dorthin. Dass die Begründung der Entscheidung nicht transparent gemacht wurde, finde ich schwierig. Man muss die Entscheidungen öffentlich machen.

KO: In Jever hat man zudem 70 – 75 % Ein- und Zweifamilienhäuser, oft mit vielen Spielgeräten im eigenen Garten. Mit 41 Spielplätze für 15.000 Einwohnern hat Jever eine hohe Quote an zusätzlichen öffentlichen Spielplätzen, das bindet Geld und Personal.

Wie seid ihr eigentlich in die Politik gekommen?

KO: Ich bin Quereinsteiger, war immer politisch interessiert. Als die Kommunalwahl 2016 anstand, hat mich mein Nachbar auf einer Boßeltour zu einem Vorstandstreffen der FDP eingeladen. Ich bin da sehr nett aufgenommen worden und habe dann ein gutes Ergebnis hingelegt. Das Drittbeste der Stadt. Für einen Newcomer ein Traum.

MO: Du hast aber auch gekämpft. Deinen Wahlkampf mit Liebe gemacht.

KO: Ja, das Feuer war entfacht. Ich bin dann Ratsvorsitzender geworden. Das hat die SPD zuerst gewurmt, die hatten den Sitz für viele Jahre inne. Für mich war es eine gute Position, um alles einzusehen. Sowohl bei der Politik, als auch in der Verwaltung.

Warum der Wechsel zu den Grünen?

KO: Wir leben ja eigentlich schon seit Jahren grün: Wir haben eine PV-Anlage am Haus, wir haben eine Hausbatterie, fahren ein Elektroauto, wohnen in einem KfW-55 Haus. Durch den Rat kannte ich Almuth Thomssen von den Grünen gut. Sie sprach mich dann irgendwann an.

MO: Es kam von allen Seiten, mich sprach ein Kollege im Kinoverein an.

KO: Zum Glück. Ich fühle mich total wohl, weil die Fraktion so viel schneller ist und so viel kreativer. Das war auch der Moment, in dem Meike politisch wurde. Seitdem ich bei den Grünen bin, fragt Meike auch nach: „Wie war es bei der Sitzung? Was habt ihr besprochen?“

MO: Ich war dann irgendwann überall dabei: Blumenwiese einsähen, Lichter vorm Schloss aufstellen, da sagte Almuth dann zu mir: Du bist doch eigentlich eine Grüne.

Was möchten Sie erreichen, Frau Oltmanns?

MO: Ich möchte das schöne Jever erhalten. Dinge werde nicht richtig angefasst: Die Innenstadtpolitik, die Jugend, die Kultur. Ich bin im Kinoverein, wir haben damals den Verein gegründet, um das Kino zu retten. So würde ich mich jetzt auch für den Lokschuppen und das Theater am Dannhalm einsetzen. Es sind vielleicht Groschengräber, aber diese Institutionen machen eine lebenswerte Stadt aus.

Herr Oltmanns, warum jetzt der Schritt zum Bürgermeister?

KO: Dann habe ich einfach viel mehr Möglichkeiten um etwas zu bewegen. Und 50 Mitarbeiter im Rathaus, die fachlich zur Seite stehen. Als Ratsvorsitzender hat man viele Informationen, man braucht aber Entscheidungsbefugnis und Mittel, um Dinge in Gang zu bringen.

Was möchten Sie umsetzen?

KO: Ich mache mir wahnsinnige Sorgen um die Innenstadt. Leerstandsmanagement heißt es so unschön; gemeint ist damit aber das Sterben des Einzelhandels. Jever ist da leider keine Ausnahme. Das gibt es in fast jeder Stadt.

MO: Dirk Eden ist leer, Elektro Wille ist leer. Pekol schließt, Reisebüro Bochum schließt, van Lengen, Gina Laura, Reitsport Würz …

KO: Das sind keine Corona-Opfer. Das sind Strukturopfer. Wenn der Einzelhandel weggeht, kommt kein neuer Einzelhandel nach. Die Umsätze sind längst bei Amazon und Co. Ich glaube nicht, dass wir den Einzelhandel- und Einkaufsstandort so einfach wieder beleben werden. Da muss man ganz neu denken.

MO: Wir haben von vielen Menschen Ideen bekommen: Vom Outletcenter bis zum Vereinshaus.

Das ließe sich in Jever umsetzen?

KO: Ich denke bei Van Lengen an ein Haus der Vereine, mit Information und Ausstellungsfläche. Ein zentraler Platz in der Stadt, der für die Bürger da sein kann. Die Vereine haben zur Zeit keine Publikumswirkung und sitzen alle verteilt in ihren Büros. Hol sie alle in ein Haus und die Kommune bezahlt dafür die Miete. Das ist Infrastruktur und Sozialarbeit. So kommen die Bürger an die Vereine und die Vereine an die Bürger.

Und die Kommune lebt.

KO: Und die Kommune lebt! Und man findet von einem Verein vielleicht in den zweiten Verein. Wir haben einen Boule-Verein, das wusste ich zum Beispiel gar nicht. Das ist doch soziales Leben pur.

Dennoch bliebe der Umsatz aus…

KO: Wir haben in der Innenstadt Leerstand und eine riesige Baulücke. Die man zum Beispiel mit geplanten neuen Ämtern des Landkreises füllen kann. Die planen den Neubau jedoch im Gewerbegebiet. Mit dem Ergebnis: 150 Menschen werden mit dem Auto ins Gewerbegebiet pilgern, da hat die Stadt nichts davon! Lasst uns die Innenstadt nutzen, idealerweise mit einem Amt, welches viel Laufkundschaft hat, ein Sozialamt zum Beispiel. Die Kunden und die Mitarbeiter des Landkreises machen Mittagspause bei Cafe Maria, gehen zum Bäcker und wollen noch zu Rossmann. Das wäre so wichtig, das ganzheitlich zu denken!

Ist denn Jever noch Wirtschaftsstandort?

KO: Ja, das zeigt sich auch abseits der Innenstadt. In unserem Gewerbegebiet wurden, trotz Corona, alle Plätze verkauft. Es werden zudem weitere, neue Gewerbe- und Industriegebiete geplant. Wir wollen diese Plätze jedoch nur an Betriebe abgeben, die Arbeitsplätze schaffen, anstatt nur Lagerfläche zu sein. Wir versiegeln mit dem Bau wertvolle Naturflächen, dann muss es auch einen deutlichen Mehrwert haben für die Gemeinschaft.

Jever ist trotz Leerstand eine sehr beliebte Stadt. Menschen beklagen, keine Wohnung mehr zu finden.

MO: Jever ist als Wohnort sehr beliebt. Das schafft natürlich auch Wohnraumknappheit. Es entstehen in Jever aber neue Mehrfamilienhäuser, auf denen früher einzelne Häuser standen. Das findet vielleicht nicht Jeder schön, aber die Stadt braucht den Wohnraum dringend. Jede Wohnung wird auch sofort vermietet oder verkauft.

KO: Sozialer Wohnungsbau wird in Jever gefördert, die Stadt stellt dafür kostenlose Grundstücke zur Verfügung. Jever verdichtet sich nach und nach, die Anzahl der Wohnungen wächst. In den Wohnungen leben aber statistisch immer weniger Menschen. Wir haben heute im Schnitt 14 Quadratmeter mehr zur Verfügung als vor 30 Jahren.

MO: Doch selbst die 150 Wohnungen, die in den letzten 5 Jahren gebaut wurden haben die Nachfrage nicht stillen können.

KO: Es müssen auch neue Wohnkonzepte gedacht werden, Tiny Houses zum Beispiel.!
Sie setzen bei den Themen auch auf Digitalisierung.

MO: Die Digitalisierung in der Verwaltung ist für mich ein wichtiges Thema. Es gibt 149 Dienstleistungen, die ein Bürger von einer Kommune beantragen kann, Davon sind 30 schnell abgewickelt – Ausweis verlängern, Führungszeugnis ausstellen.

KO: Das planen wir in der Fraktion für Jever alles digital. Das machen wir über die KDO, einem Kommunaldienstleister in Oldenburg, die bieten jetzt schon alles online an. Idealerweise gibt es auch ein zentrales Bürgerbüro, wo alle Dienstleistung auch in Papierform erbracht werden. Nicht jeder Bürger ist voll digital unterwegs.

MO: Es ist alles möglich, man muss es nur anpacken.!
Digitalisierung macht nicht bei der Kommune halt, wie erreichen Sie die Haushalte?

KO: In Jever sind Randgebiete digital nur mäßig erschlossen. Mein Claim ist: 100 Megabit für 100% der Bevölkerung. Jeder bekommt eine schnelle Internetverbindung. Ob in der Innenstadt oder in Cleverns. Die Internetversorgung ist eine Infrastrukturmaßnahme und jeder Bürger sollte einen Anspruch darauf haben, genauso wie auf Strom, Gas und Wasser.!

MO: Und wenn du Homeoffice machst, aber die Leitungen dafür nicht ausreichen, kannst du deinen Job nicht machen.

KO: Aber auch der Landwirt und der Pferdewirt brauchen das. Die Hochleistungskühe werden gescannt und das Futter über Zentralrechner organisiert. Es hilft nichts, wenn dann das Internet nicht läuft. Selbst Teile im Gewerbegebiet kriechen noch mit 4 Mbit durch das Web.

Warum macht das nicht die Telekom oder Vodafone?

KO: Weil es nicht wirtschaftlich ist, insbesondere in Randgebieten. Man muss keine Glasfaser bis zum letzten Hof verlegen, man kann 5G Funktürme benutzen. Dafür werden Funkzellen gekauft und an unterschiedlichen kommunalen Plätzen aufgestellt. Diese
bieten schnelles Internet für alle; wenn man es denn haben möchte.

MO: Dann wollen wir den Zustand der Fahrradwege in der Stadt verbessern. Das sind zumeist Fußwege, die für Fahrräder erlaubt sind. Das ist nicht mehr zeitgemäß bei der Fülle von Elektrorädern, Lastenrädern und dem Wunsch nach mehr Klimaschutz.

KO: Die Räder rumpeln über die Bordsteine.

Jever als Fahrradstadt?

KO: Ja genau. Innerstädtisch und zwischen den Dörfern.

MO: Es geht auch um eine Priorität für Fahrräder im Verkehr. Ich fahre täglich über Kreuzungen, auf denen man als Fahrradfahrerin übersehen wird. Es gibt viele Ecken auch für Schülerinnen und Schüler, die gefährlich sind. Das muss nicht sein.

KO: Wenn wir voran gehen, zieht Schortens nach, ziehen das Wangerland und Wittmund nach. Wir schaffen etwas für die ganze Region. Die Fahrradwege gehören der Kommune: Mach sie einen Meter breiter und spiegelglatt. So kann man schnell viel Qualität schaffen. !

MO: Fahrradständer fehlen. Viele wollen oder müssen ihre Fahrräder und E-Bikes anschließen. Aber wo?

KO: Ein weiteres Thema ist der Alte Markt. Der ist in den 1980er Jahren mit vielen Fördermitteln umgebaut worden, weil man da Kopfsteinpflaster gelegt hat. Man kann nur leider weder darauf laufen, noch etwas stellen. Das Ergebnis ist: Der Platz in der Mitte bleibt ungenutzt und leer.

MO: Oder es werden Holzspähne gelegt, zum Weihnachtsmarkt zum Beispiel, damit man da überhaupt laufen kann.

Sind die Steine historisch begründet?

KO: Nein, das hat es so nie gegeben. Dennoch hat man den Platz unter Denkmalschutz gestellt. Wir wollen das unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes ändern: Steine raus, begradigen, als Treffpunkt, Aufenthalts- und Spielplatz gestalten.

MO: Bedingung ist, dass der Platz einsehbar bleiben muss. Das ließe sich umsetzen.

KO: Wir wollen den Platz mit Spielgeräten aufbessern, in den Fußboden Trampoline einlassen. Dann Sitzbänke aufstellen, 20, 30 Stück mit Blick aufs Schloss, am besten noch mit USB-Port. Zur Straße hin wird der Platz abgegrünt. Die Kinder können spielen, die Eltern und Großeltern können ihren Kaffee trinken. Das ist Aufenthaltsqualität. Alle Elemente sollten jedoch schnell auf- und abbaubar sein, damit zum Beispiel die Schlittschuhbahn im Winter oder ein großes Zelt für ein Fest noch aufgestellt werden können.

Und auf der anderen Seite?

MO: Die andere Ecke zwischen LZO und Konzerthaus ist nach Norden hin abfallend. Man muss den Platz absenken, drumherum wenige Treppenstufen setzen und diese mit Holz beplanken. Eine Idee ist, den Platz wie einen Atriumplatz, wie einen Theaterplatz zu nutzen.

KO: So bringt man wunderbar Musik auf den alten Markt. Wenn rundherum Stufen sind, sitzen sofort Leute drauf und die Gastronomie kann mit profitieren. Der Alte Markt liegt mir so am Herzen. Damit kann man für die gesamte Stadt etwas erreichen. Denn auch die Leute, die nicht in der Innenstadt wohnen, gehen gern zum Alten Markt.

Frau Oltmanns, abschließend die Frage: Was macht Sie zur Jeveranerin?

MO: Geboren bin ich in Nordrhein-Westfalen und mit 15 nach Schortens gezogen. Seit 28 Jahren wohne ich inzwischen in Jever. Kalli sagt, ich bin eingemeindet (lacht). Ich bin hier so zuhause. Ich liebe den Schlossgarten, die Graften, man kennt sich. Jever ist eine familienfreundliche Stadt.

Herr Oltmanns, und was macht Sie zum Jeveraner?

KO: Zuerst natürlich der Klassiker: Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Als Kind und Jugendlicher habe ich meine Heimatstadt mit dem Rad entdeckt. Daher kenne ich fast jede Ecke der Stadt. Während meiner Zeit bei der Bundeswehr und einer ganzen Zeit außerhalb der Stadt habe ich gemerkt, wie viel Lebensqualität Jever im Vergleich bietet. Hier habe ich meine Frau kennengelernt und auch unsere Kinder sind hier im Sophienstift geboren. Durch meine ehrenamtliche Tätigkeit in mehreren Vereinen habe ich die Vielfältigkeit der Stadt schätzen gelernt. Daher ist die Kandidatur zum Bürgermeister eigentlich auch eine Liebeserklärung an meine Heimatstadt.

Moorlandsweg frisch saniert

 

 

Zusammen mit der Critical Mass ging es diese Woche über den frisch sanierten Weg des Moorlandes.

Keine Schlaglöcher mehr und wieder ausreichend Platz – vielen Dank an den Bauhof und die beteiligten Firmen.

 

 

 

 

Bürgermeisterkandidat in der Gewahrsamszelle der Polizei!

Probesitzen in der Gewahrsamszelle der Polizei stand diese Woche auf dem Programm.
Zum Glück „nur zu Besuch“, wie bei Monopoly.
Sina Beckmann und ich haben das Polizeikommissariat in Jever besucht und haben von Peter Beer und Bernd-Reiner Otten viele wichtige Einblicke in die Polizeiarbeit bekommen.
Das Resümee: Jever ist sicher und beim Verkehr gibt es noch Verbesserungen.

Vielen Dank für das Briefi
ng.

Foto-Shootings

Gestern haben sich alle 13 Kandidaten im Schloßpark getroffen, um für unser Gruppenfoto sowie anschließend auch einzeln zu “posen”.
Ein tolles Team-Building entwickelt sich immer bei solchen Veranstaltungen und wir freuen uns schon riesig auf unsere zukünftige gemeinsame Ratsarbeit.

Endlich geht es los !

Ab Freitag können wir uns jede Woche auf dem Wochenmarkt treffen und austauschen zu den Themen, die uns in Jever bewegen.
Ich freue mich auf viele Anregungen, sachliche Kritik und Ideen für die nächsten 10 Jahre.
Euer Kalli Oltmanns

Demo zum Tag der Pressefreiheit am 03.05.2021

Am Montag, 03.05.2021 war der internationale Tag der Pressefreiheit. Aus diesem Anlass haben die Grünen in Jever eine Kundgebung abgehalten, um auf die enorme Bedeutung der Pressefreiheit hinzuweisen. Neben Sina Beckmann und Ulf Berner durfte auch ich einen Redebeitrag stellen. Hier ist der Wortlaut:

Die Pressefreiheit ist wichtig – das gilt für die großen Medien ebenso wie für die kleinen. Allein auf der ostfriesischen Halbinsel haben wir davon gleich ein Dutzend: Die Emder Zeitung, Ostfriesen Zeitung, Ostfriesischer Kurier, General-Anzeiger, Ostfriesische Nachrichten, Anzeiger für Harlingerland, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung und die Nordwest-Zeitung.  Dazu kommen natürlich Radio Jade und Radio Nordseewelle. Vielfalt ist Trumpf und Konkurrenz hält wach.

 

Hier vor Ort passt die Lokalzeitung auf, was sich tut. Sie beobachtet die Vorgänge im Rathaus und Kreisamt, sie beobachtet Kommunalpolitiker und Bürgermeister, Wirtschaftsunternehmen und gesellschaftliche Strömungen. Und veröffentlicht, was sie vorfindet. So kann sich jeder Bürger ein Bild machen von den Vorgängen in seinem direkten Umfeld.  

 

Aber das Aufklärerische ist bei Lokalzeitungen nur die eine Seite. Anders als bei den großen nationalen Medien sorgen sie für etwas ganz Entscheidendes: Sie schaffen Verbindung. Wer die Lokalzeitung liest, weiß, was sich in seinem direkten Umfeld tut, wer welche Aktionen anschiebt, was wo angeboten wird. Oder auch was schiefläuft. Das ist zum einen gemeinsamer Gesprächsstoff am Küchentisch oder am Gartenzaun. Und es ist auch ganz praktische Lebenshilfe. Denn als Lokalzeitungsleser weiß man ja, was wo angeboten wird. In jedem Fall aber gibt es einen persönlichen Bezug, weit über die reine Wissensvermittlung hinaus.  

 

Das schafft Verbindung, es schafft ein Gemeinschaftsgefühl. Mehr denn je tragen die lokalen Zeitungen und Radiosender zur lokalen Identität und der Meinungsbildung bei. Und das spiegelt sich nach 15 Monaten Corona auch in steigenden Abozahlen der Zeitungen wieder, welche wiederum zum Erhalt der hiesigen Pressevielfalt beitragen.
Denn Pressevielfalt und Pressefreiheit sind enorm wichtige Bausteine für das Zusammenleben in einer Kommune.
Meine persönliche Bitte daher an die Zeitungsmacher in der Region: Machen Sie bitte genauso engagiert weiter.  Vielen Dank !

Die Grünen können auch Wirtschaft !

Heute war ich bei einem der besten und innovativsten Call-Center Deutschlands, dem Tele Team. An vier Standorten deutschlandweit werden hier mit mehreren hundert Mitarbeiter*innen hochwertige Dienstleistungen eines modernen Call-Centers erbracht.
Gesellschafter und Geschäftsführer Michael Hass sucht für ein ganz neues und nachhaltiges kleines Call-Center mit 25 Mitarbeitern einen guten Standort und Mitarbeiter*innen auf der ostfriesischen Halbinsel. Und zwar nicht mehr in einem grauen Gewerbegebiet sondern mitten in der Stadt, denn die zukünftigen Mitarbeiter*innen sollen möglichst wenig mit dem Auto zur Arbeit kommen und sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen.
Da bietet sich sehr wahrscheinlich einer der Leerstände in der Innenstadt an.
Es kommt wieder Leben in die Fenster, neue regionale Arbeitsplätze und Einkaufskraft in die Innenstadt; denn wer in der Innenstadt arbeitet kauft hier auch ein.
Als nächstes kommt das gemeinsame Gespräch mit dem Vermieter – im Herbst soll es bereits losgehen.

Radfahrstadt – die Lokalpolitik muss umlenken

Die Lokalpolitik muss umlenken
„Es liegt weniger am Können, als am Wollen.“ Wenn der Onlinetalk des Ortsverbands der Grünen Jever zusammengefasst werden müsste, dann wohl mit diesem Zitat. Am vergangenen Mittwoch fand die sehr gut besuchte digitale Veranstaltung zum Thema Fahrradstadt Jever statt. Mitglied im OV Jever und Bundestags-Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Sina Beckmann moderierte durch den Abend. Angesetzt waren dabei 90 Minuten, doch es wurde viel diskutiert und gute Argumente ausgetauscht, dass sogar die 120-Minuten-Marke gerissen wurde. „Ich habe selten einen so engagierten Onlinetalk moderieren dürfen, der so zielgerichtet war und praktische Ideen geliefert hat.“, zeigte sich Sina Beckmann begeistert. Doch der Reihe nach. Oliver de Neidels, Rad-Aktiver Bürger in Jever, gab zunächst einen kurzen Input und seine Einschätzung zur Fahrradpolitik in der Marienstadt: „Der jetzige Zustand ist einfach nicht Fahrradfreundlich, das muss ich so klar sagen. Radfahrende können auf den kombinierten Fuß-/ Radwegen fahren oder auch auf der Straße, da es keine benutzungspflichtigen Radwege mehr gibt. Somit sind wir quasi überall geduldet, aber nur selten erwünscht.“
Bernhard Zimmering, Mitglied des Vorstandsteams des ADFC Friesland (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) legt ebenfalls den Finger in die Wunde. Er bemängelte insbesondere die Breite der kombinierten Fuß- und Radwege an den Hauptverkehrswegen. „Hier ist in den vergangenen Jahrzehnten grundsätzlich die Aufteilung der Verkehrsfläche zugunsten des Autos gewählt worden. Das muss sich jetzt ändern.“ Dazu rief Zimmering alle Beteiligten auf, sich aktiv für die Verkehrswende einzubringen. So könnten jetzt im Frühjahr und auch im Sommer wieder Rad-Demos auch mit Corona-Auflagen organisiert werden und weitere Veranstaltungen (gerne auch online) zum Thema Fahrrad-Mobilität stattfinden. Auch der Eintritt beim ADFC (https://www.adfc-friesland.de/) ist eine gute Möglichkeit, um gemeinsam mit Gleichgesinnten das Thema weiter nach vorne zu bringen. Unter den Teilnehmer*innen warb der Bürgermeister-Kandidat Karl Oltmanns klar für die Verkehrswende in der Kreisstadt: „Mit dem Bekenntnis des Rates der Stadt Jever, jedes Jahr im 6-stelligen Bereich in den Radwegebau zu investieren sowie dem Radwegeplan und den Ideen von radfahren-in-jever.de gibt es für das laufende Jahrzehnt beste Vorrausetzungen zur Besserung.“ Festgestellt wurde auch, dass sich das Klima zwischen Auto- und Radfahrer in jüngster Vergangenheit verbessert hat und mehr Rücksicht gegeneinander geübt wird. Dies ist insbesondere daher wichtig, da das Radfahren grundsätzlich auf ALLEN Straßen in Jever zulässig ist.Konkret gab es Vorschläge zur Umsetzung einer größeren Fahrrad-Freundlichkeit in Jever. Beispielsweise kann die gesamte Straße von Famila bis zu Aldi ein Mal durch die Stadt zur Fahrrad-Straße ausgebaut werden. Die Mittel seien dafür vorhanden, nur die Streckenplanung wird eine Herausforderung in der 500 Jahre alten Stadt mit viel Denkmalschutz. Auch die Schützenhofstraße und in deren Verlängerung die Bahnhofsstraße wurden thematisiert. Hier könnten die Parkplätze an den Seiten einer Fahrradstraße weichen, außerdem soll Tempo 30 vor den Berufsbildenden Schulen und der Kindertagesstätte für weniger gefährliche Situationen sorgen. Insgesamt fand die Idee großen Anklang, diese gesamte Innenstadt unter Tempo 30 zu stellen. „Die Lokalpolitik muss sich bewegen und nicht immer die Schuld auf andere Zuständigkeiten in Bund und Land verschieben! Für einige Bereich ist ganz alleine die Stadt Jever zuständig. Das Geld ist da, es muss jetzt gehandelt werden.“

Es gab außerdem einen sehr angeregten Austausch zu den verschiedenen Maßnahmen in den Nachbarkommunen mit vielen Beispielen aus den Niederlanden und Dänemark. Pop-up-Radwege, Radschnellwege, Parking-Day, Lastenradförderung, regelmäßige Vernetzung von allen Fahrrad-Akteur*innen, Begegnungsräume sowie eine begleitende Bürgerbeteiligung wurden erörtert. Da das Thema sehr aktuell und in die Zukunft gerichtet ist, wird es mit Sicherheit eine Fortsetzung des Online-Talks geben. Vermutlich vorher wird eine Rad-Demo, geplant als Sternfahrt von verschiedenen Orten in Friesland und Wilhelmshaven, nach Dangast stattfinden. Aktive der Organisation FrieslandZero sind derzeit noch beim letzten Feinschliff, einen Termin und eine Uhrzeit gibt es aber schon. Am Samstag, 24.04. sind alle Interessierten und Rad-Aktive eingeladen, sich der Fahrrad-Tour aus den verschiedenen Orten anzuschließen. Um 14 Uhr wird es dann, natürlich mit den dann geltenden Corona-Regeln, eine Kundgebung in Dangst am Strand geben. Weitere Informationen gibt es auf www.frieslandzero.de.

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100 Mbit für 100 % der Jeveraner*innen

100 Mbit für 100 % der Jeveraner*innen

Schnelles Internet ist Teil der Daseinsvorsorge und schafft gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land

 

Alle reden vom schnellen Internet, doch beim genauen Hingucken in unserer Stadt ruckelt es doch häufiger im Netz als man meint. In Zeiten vom Home-Office, Home-Schooling und Impfterminen über das Internet sollte der schnelle Zugang zum Netz doch eigentlich selbstverständlich sein.
Doch dies ist leider mitnichten der Fall. In vielen Stadtteilen ist bei 16 Mbit schon Schluss, manchmal sogar schon bei 6 oder nur 1 Mbit. Und in den Abendstunden fällt das Tempo zusätzlich. Dabei gehört im 21. Jahrhundert ein schneller Internetanschluss genauso zur Daseinsvorsorge wie Strom, Wärme, Wasser und Abwasser in jeden Haushalt. In unserer digitalisierten Welt entscheidet der Internetanschluss außerdem immer häufiger über den Standort einer Ansiedlung. Digitale Infrastrukturen stärken den Wirtschaftsstandort Jever und sorgen für Lebensqualität. Jever braucht eine flächendeckende Infrastruktur aus Glasfaser, Kabelnetz und LTE sowie 5G Anbindungen, damit gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land gewährleistet werden können. Alle Menschen in allen Straßen müssen Zugang zu schnellem Internet haben.
Wo Telekom, Vodafone, EWE und Co. kein Interesse mehr an entfernten Anschlüssen haben springt häufig der Landkreis Friesland ein. Doch auch der Landkreis wird nicht alle weißen Punkte auf der Landkarte versorgen. Hier ist die Stadt Jever in den kommenden Jahren gefordert, wirklich allen Jeveraner*innen ein Angebot zu machen. Dabei geht es nicht darum, die schnellste Verbindung für das wenigste Geld zu subventionieren, sondern jedem Bürger mindestens eine gute Möglichkeit anzubieten. Im Zweifelsfall beauftragt die Stadt Jever die letzten 100 Meter Kanal zum Hauptanschluss oder betreibt kleinste Funkzellen zum Schließen der Lücken.
Ein schneller Internetzugang ist soziale Infrastruktur und Wirtschaftsförderung gleichzeitig.
Dafür trete ich an, dieses Ziel für Jever umzusetzen.

Die Möglichkeiten
VDSL2, Kupferleitung                   250 Mbit
Kabelfernsehnetz                         1000 Mbit
Glasfaser                                      1000 Mbit, perspektivisch 10 Gbit
4G / LTE Funkverbindung            300 Mbit
5G Funkverbindung                    1000 Mbit, perspektivisch 10 Gbit
Internet via Satellit                         50 Mbit, ab Sommer 2021 auch 100 Mbit mit kurzen Latenzen

 

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Immer wieder Montags…

Montags-Gegendemo-Teaser

Mit Abstand, Anstand und Maske 😷

Wieder mehr als 50 Menschen, die in Jever friedlich und gemeinsam für die Demokratie protestieren!

Danke an alle, die das möglich machen und dabei sind. 💚

Montags-Gegendemo
Wir überlassen Coronaleugnern und Feinden unserer Demokratie nicht den Platz!